Zieh die Vorhänge zu und hör in Dich hinein. Und hör ein bisschen draußen. Leg Dich auf Deinen dicken Teppich und lausche dem Wind draußen. Vielleicht regnet es noch ein bisschen? Aber dunkel wird es auf jeden Fall bald. Eher als Du denkst. Nur vergiss nicht, dass Dein Herz nicht lacht, wenn die Sonne nicht scheint. Und weil sie nicht so oft scheint, wie Du es Dir wünscht, tu alles dafür, dass sie es doch tut. Damit Du Dir am Ende dieser Zeit lustige Bilder auf Deinen Kühlschrank hängen kannst, auf denen man 32 Zähne sieht. Du kleine Dinge in Deine Schachtel legst, die Dich daran erinnern, was Du erlebt hast. Vielleicht trägst Du kleine Schrammen davon, vielleicht sogar kleine Narben. Aber im besten Fall tolle Erinnerungen. Damit Du sagen kannst: das war ne tolle Zeit, auch wenn es Herbst und manchmal richtig kalt war. Vergiss nicht, dass Du es bist, der das Licht anmacht.

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Nun ist es wieder soweit. Johnny Boden hat mir bereits seinen Katalog geschickt, in denen sich Frauen auf jeder Seite anscheinend total freuen, dass sie endlich wieder mehr anziehen dürfen. Dicke Ringel-Pullis, kuschelige Mäntel und Cordhosen inmitten von lustigem Laub und anderen lustigen Menschen. Ich kann diesen Frauen – ich würde jetzt mal wage behaupten, Models, die Geld dafür bekommen so zu tun, als ob der Herbst einfach eine Erlösung vom Sommer ist – nicht folgen. Ich halte traurig meine nackten Füße (oder besser gesagt, was man davon an so einem Herbsttag noch so sehen kann) in die spärliche Sonne, leg beim kleinen Spaziergang einen Schal um meinen Hals und lass melancholisch eine kleine Träne auf das gelbe Blatt neben mir auf dem Boden kullern…

Und wie jedes Jahr, ihr erinnert Euch vielleicht, bin ich knapp dran, mich von diesen Kataloggesichtern und -artikeln einlullen zu lassen. Gedanke: draußen ein stürmischer Herbstwind. Ich sitze gemütlich in einem warm ausgeleuchteten Zimmer (gerne mit Kamin), habe einen kuscheligen Ringel-Pulli und eine cognac-farbene Cordhose an (im Leben würd ich das nicht mehr anziehen! damals war ich vielleicht 9, als es mal zur Wahl stand), eine dicke Decke um mich geschlungen, Tee, Kekse, ein Buch, Stricknadeln, ipod und weiß der Herrgott was nicht noch alles in meinen Händen und zelebriere quasi die schönste Jahreszeit des Jahres. Wie gesagt, es ist ein Phantasma. MEIN Phantasma, jedes Jahr.

Die Realität sieht anders aus. Ich weine dem Sommer hinterher, der mir so kanpp und kurz erschien wie die Röcke, die wir Mädchen alle getragen haben. Obwohl ich viel erlebt und gemacht habe, wenn ich mir meine Bilder so im Schnelldurchlauf ansehe. Forstee, Dänemarksonnenbrand, Freibad und Tennis. Aber ob das reicht? Wann reicht denn etwas? Ich würde sagen, wenn man beim Spaziergang eben nicht eine kitschige Träne auf gelbe Blätter drücken muss. Und das nicht, nur weil man den ganzen Tag The Sound hört, sondern weil man einfach mit einem Thema noch nicht ganz fertig ist.


PS: Ja, der einzige Lichtblick: Lanvin ist der langesuchte nächste Designer für H&M. Verwunderlich… Aber… Nicht zu lange nachdenken und die Stücke abwarten.

Wenn ich Leute treffe und ihnen erzähle, dass mich die Musik gestern Nacht/im Club/am spontanen Konzert… nicht gekickt hat, scheint für viele die Sache meist gleich klar. “Na, Hardcore wird da nicht gespielt, Mäuschen”. Als gestern um Hedis Tanzschiff ging, meinte ich, nein, noch nie gewesen (ich wollte weiter sprechen, dass es in Hamburg doch eh die ganze Zeit regnet und deshalb dieses lustige Tanzboot für mich deswegen die meiste Zeit nicht in Frage kommt), als gleich der Konter einsetzt “Hanna, Metal-Schiff isses keines, gell?” Obwohl ich das natürlich ganz geil finden würde, ist es nicht der springende Punkt.

Ich liebe schwere Musik. Das kann ich mal so stehen lassen. Ich mag schwere Gitarre, dunkle Klänge… Ich liebe Melancholie zwischen den Noten und Tragisches in den Zeilen. Ich steh echt auf ebenso schwere Gitarre, ohrenaufwühlende Drums und Shouts, die die Worte nur so dem Körper dreschen und mich euphorisch mitgröhlen lassen. Ich würde sagen, dass dies das deftige Essen in meinem Musikgeschmack ist, die Basis, die man immer mal braucht, die einen erdet, nährt und oft wieder aufstehen lässt (ich muss nicht betonen wie großartig salziges Essen nach einer alkoholischen Nacht mit flauem Magen im Ausgang ist).

Aber da wir uns eben alle nicht nur von Burgern, Pommes und Käsespätzle ernähren, brauche ich auch die Abwechslung. Und keine wahllose! Die Zeit der Fertiggerichte ist vorbei. Mein Appetit wie Geschmack ist einfach breitgefächert – aber wohl und gut ausgesucht.

Manchmal verliere ich mich in zarten Melodien großer Singer-/Songwriter dieser Erde. Dann schmelze ich bei Akustikgitarre und Reibeisenstimme dahin und weine sogar ein bisschen, wenn mich niemand sieht. Dann reißt mich plötzlich wieder derbster Elektrobeat aus dem Stuhl, sei der minimal oder mit richtigem Wums angereichert. Techno, Sause, Feierei! Ich zähl nicht mal bis 3 und erwische mich selbst dabei, wie ich auf meinem flauschigen Wohnzimmerteppich ordentlich “abrave” und mir vorstelle, dass alles um mich rum dunkel und verschwitzt ist und ein paar Lichtmomente die ekstatischen Leute um mich herum erhellt. Ich hab die Augen geschlossen und die Welt herum passiert nicht mehr. Ich nennen es manchmal aus “Musikurlaub” – man fliegt sehr günstig in die Tropen und ich komme um dieses ewig dofe Kofferpacken rum.

Ein paar Tage später sitze ich vor meinem Rechner, klicke Pfade und Texte schön und wippe mit dem Bein. Irgendein Album einer mehr oder weniger (gerne immer weniger) bekannten Indie-band hat es in meinen Player geschafft und lässt nicht nur meinen Fuß wippen sondern im besten Fall auch mein Herz springen. Süße Klänge, eingängige (aber schön eingängig!) Melodien, simple Texte und eine klassische Bandkonstellation – alt bewährtes erfreut mich immer mal wieder. Tanzen geht dazu aber ebenso gut wie zu housigen Tracks, folklorischen Liedern und klassischer Musik. Ja! Nicht umsonst hab ich lange Ballett getanzt, die Liebe zu dieser, leider oft und zu Unrecht als versnobten oder verstaubten Musik verschreite, Musik ist geblieben…. Tanzen und sich in Musik verlieren ist einfach sehr großartig. Nur zu Hip-Hop, den ich gelegentlich sogar richtig gerne mag (ich würde es als “alt” und “chillige” bezeichnen, was mich daran dann fängt), bekomm ich meine Beine und meinen Po nicht kooridniert – da nicke ich besonnen zu und versuche das Leben auch im trockenen Zustand durch irgendeine Brillenfarbe zu sehen.

Was ich nicht gerne höre, hat hier nichts verloren. Zu viele Worte habe ich subjektiv über Raggae und die Red Hot Chillie Peppers schon verloren. Aber Anstoß war eigentlich auch nur die Verwirrung über das Bild, was manche über mich haben. (Oder ich auch über andere?) Mashend, schreiend, vielleicht noch so ne peinliche Pommesgabel an der Hand. Dabei ess ich eben auch gerne mal süße Cupcakes, leichte Salate, knusprige Brötchen und Dinge, die andere ganz ganz eklig finden zu essen (habt ihr schon mal Grießschmarren mit Kroketten probiert? fan-tas-tisch, sag ich Euch) – musikalisch gesehen sind das meine “kleinen Ausrutscher”, die “heimlichen Lieblingslieder”, die vielleicht aus den Charts kommen, in Dorfdiskos gespielt wird und man sich den Interpreten im Freundeskreis gar nicht laut sagen traur. Und das ist das absolut schöne dran! Verschieden Tage, verschiedene Nahrung, verschiedene Beschallung, die als einzige die wunderbare Eigenschaft hat, Stimmungen durch Eigenkraft und Zusammespiel noch zu verstärken.

Ihr wollt ein Beispiel? Okay. Wartet doch bitte bis es wieder mal Sonntag wird. Dann kocht Euch einen feinen Kaffee, holt Brötchen vom Bäcker und dreht die Lautsprecher angenehm auf. Und wenn ihr jemanden habt, der Euch schnappt und dazu ein paar Tanzschritte im Bademantel tanzt, ist für mich persönlich für diesen Momentan dann kaum eine Steigerung möglich. Vielleicht nur… mit Milky Way Haselnusscreme um den Mund.

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Lübeck is a real nice city. Viel Wasser, viel Grün, entzückende Bauten, bezaubernde Häuschen. We had a great time there.

Would be nice to be there now… In Gedanken noch in der Seenlandschat Kärnten.

Heute Abend im Grünen Jäger hat der Sänger, der mit seiner Band ein Gratiskonzert gegeben hat (Mittwoch, sehenswert!), ein Lied angekündigt. Es war das letzte des Auftritts. “Dieses Lied ist für alle Leute, die ihre Eltern mögen, aber trotzdem nicht mit ihnen klar kommen.”

Das war der Zeitpunkt, an dem ich wusste, dass ich wohl erwachsen geworden bin.

Ich habe meinen halben Nachmittag gerade damit verbracht (und das darf man mal machen, wenn man vorgestern noch mit Fieber im Bett lag) diesen wunderbaren blog zu lesen. Oder soll ich sagen, dieses wunderbar durchdachte Großprojekt, das nicht nur gut aussieht, sondern mit Konzept, Idee, Bildern und Umsetzung vollends überzeugt? Ich bin wirklich begeistert. Auch ein bisschen neidisch, also, im guten Sinne. Das bin ich immer, wenn ich schöne Sachen sehe, die im Grunde ganz einfach sind und mir einfach hätten früher einfallen sollen.

Freunde von Freunden, kurz fvf, porträtieren kreative Menschen und deren Schaffensumfeld, sowie Lebensräume. Charismatische Fotos, Einblicke in Apartments, Büros und Wohnungen, im Anschluss ein weich ausgedehntes Interview, dem man am liebsten live zuhören möchte. (Dem neuesten Artikel wurde ein Video beigefügt, sodass man dem Herren Van Exel sogar wirklich zusehen und zuhören kann).

Man wird fast ein bisschen verrückt dabei, wenn man sich diese skizzierten Lebensläufe durchliest und Menschen durch Zeilen kennen lernt, denen man sonst nie ein Stück näher gekommen wäre. Sei es Art-Direktor der AD, eine fröhliche MTV-Moderatorin, ein junger wagremutiger Architekt oder ein Schauspieler, den man meint sehr oft oder noch nie gesehen zu haben.

Alle haben sie eines gemeinsam: sie machen tolle Sachen. Sie schaffen etwas, leben schön, haben tolle Ideen und leben in Berlin. Und: sie haben auch noch einiges vor. Das ist alles wirklich wunderbar zu beobachten und schöner als das Team von fvf hätte man es nicht machen können. Wenn man jetzt krampfhaft nach dem Haken an der ganzen Sache sucht, wird man am Ende bloß bei sich selber landen, nämlich genau dann, wenn man den Blick vom Rechner auf die eigene Wand wirft und am liebsten sofort seine Rauhfaser von den Wänden reißen würde…

(Bilder und deren Rechte alle von freundevonfreunden.com;)

Solange lililickit.com noch nicht steht, finden meine Favoriten des Monats hier oben unter Favourites ihren Platz.

Es beginnt der Monat August mit Vorschlägen zum aktuellen Pastell-Trend. Adressen, Produktnamen und Shops findet ihr auch auf der Seite.

Morgen ist der 1. August und nachdem ganz Hamburg bei einem Monat Sonnenschein herumgesempert hat, dass es zu heiß sei, ist es nun fast herbstlich an manchen Tagen. Leichte Sommerwehmut stellt sich ein und ich musste tatsächlich wieder an meinen Herbstkatalog-Komplex denken, und wie geil ich es in Gedanken finde in gedeckten Farben (mais, oliv, camel, braun) durch die blätterbedeckte Stadt zu spazieren.

Die Realität holt mich auch dieses Jahr wieder schnell ein, denn leider sehe ich bei diesen Farben, vorallem in Kombination, wie eine Bioladenfrau aus, die nichts auffallendes anziehen möchte, weil doch die Seele blühen sollte – und nicht die Klamotten. Weiters will ich es einfach nicht wahrhaben und ich hoffe auf weitere Tage voller Sonnenschein, Freibad und verschwitzen T-Shirts, die im nachhinein immer toller sind, als aktuell getragen.

Das einzig gute an tiefer gelegten Sonnenstrahlen ist, dass das Konzertloch meist Mitte August gestopft wird und die Band genug von Festivals haben und wieder in die gemütlichen Clubs der Stadt kommen. Ausnahme macht da mein Herzblut Hardcore, deren Vertreter gar nicht erst auf den großen Festivals dieses Kontinents spielen (zumindest die schönen kleinen Bands) und auch Ende Juli bieten, was andere erst im frühen Winter hinbekommen.

So, also lange Rede kurzer Sinne: geil, am 1. August spielen in der Roten Flora folgende Schiffe. Da kann man nur noch hoffen, dass es draußen regnet.

CRUEL HAND: http://www.myspace.com/cruelhand
MILES AWAY: http://www.myspace.com/milesawayhc
THE CARRIER: http://www.myspace.com/thecarrierhc

Manchmal finde ich mein eigenes Still-Leben wirklich wunderschön und fotografisch wertvoll. Auch aronal und elmex Tuben.