Als ich heute Morgen in die Arbeit geradelt bin, roch es auf Höhe des Schwimmbades nach Melone. Ich mag keine Melonen, aber ich liebte es in diesem Moment. Mein Kleid flatterte, meine Jeansjacke war mir zu warm, es roch nach Sommer und meine leicht gebräunten Arme erinnern mich an eine Woche zu Hause – ganz zu Hause. Mit nacktem Bauchnabel am Wörthersee, mehr Radler trinken als Essen essen, ein fast schon bizarr romantischer Sonnenuntergang an Berg, tiefer Respekt vor verrückten Thriathleten, Küsse mit Feuerwerk, Käsespätzle am Schlossberg und ein Aperolspritz bei Sommergewitter. Nicht zu vergessen: Eis mit Schokoüberguss! Ein kulinarisches Highlight, dass die Norddeutschen nicht kennen. Es hat mir fast das Herz zerissen wieder zu fahren. Den Flug hab ich mit 3 Damenmagazinen, einem WASA Knäcke und dem aufbauenden Gedanken überlebt, dass es mein erster Flug in hohen Schuhen war. Fehlt nur noch roter Lippenstift, so wie bei Alexa Chung. Die fliegt nämlich nie ohne rote Lippen, weil Brünette im Flugzeug angeblich immer so langweilig aussehen. Das ist genau so wie Schmuck am Strand. Hab ich doch neulich ein Bild von Sylvie van der Varth gesehen, wie sie sich mit Riesencreolen und Triangle-Bikini im Wasser vergnügt. Sah großartig aus! Sie interessiert mich nicht die Bohne, aber ein interessanter Ansatz. Habe ich mir auch fest vorgenommen – Badesachen und Schmuck. Muss sagen: funktioniert super, auch unter einem Durchmesser von 20 cm.

Daisy Lowe ist nicht nur satte 5 Jahre jünger als ich, Tochter von Gavin Rosdale (der wiederum könnte wiederum fast mein Freund sein) und hat als Stiefmama Gwen Stefani (ohne Worte) an ihrer Seite, sie ist seit ein paar kurzen Jahren das neue IT-Girl, führt im Frühling schon die neue Herbst-Kollektionen und neue IT-Bags aus (ja, wie sollte es anders sein?!), macht eine Kampagne nach der nächsten und tanzt sich mit ihren Dauer-Smokey-Eyes durch die große Welt. Durch die würde ich gerne mal gucken! Richtig entzückend sexy ist sie – ja, irgendwie beides gleichzeitig.

Scheinbar wars ganz schön lässig beim Equire-Fotoshooting und noch entspannt Zeit für ein kleines Video. Hüpfen, tanzen, ausziehen, weiter hüpfen! Daisy trägt neben rauchigen Rauchaugen grüne Agent Provocateur Strümpfe und einen lila Slip dazu – und sieht einfach fucking great aus! Das müsste man auch selbst öfter mal machen, also, The Metronomy hören und heiße Fummel tragen, während man um die unsichtbare Stange tanzt. Auch ohne Rockstar-Papa, der übrigens (ich hab mich mal schlau gemacht) doch schon fast 47 ist und wenn man jetzt ganz streng rechnet auch mein Vater sein könnte.

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Als ich heute Morgen aufwachte musste ich an die ekelhaften Tomatenscheiben denken, die die fröhlichen Bäckerinnenin tagtäglich in all die fröhlich hochpreisigen belegten Brötchen legen. Diese Scheiben sind meistens sehr dick, wässrig und laberig, deswegen haben sie so eine lange Lebenszeit bei mir wie bei anderen die McDonalds-Gurkenscheibe.

Ich habe ohnehin so meine “Probleme” mit Tomaten (mir ist schon klar, dass dieses Wort natürlich diskutierbar ist, aber ich würde einfach mal sagen: es gibt große und kleine Probleme und welche, die man jeden Tag immer wieder um sich hat). Große Tomaten mag ich gar nicht, weder in Scheiben, noch in Würfeln. Ich finde, dass 90% dieser großen Exemplare nach nichts schmecken und neben einem wässrigen Gefühl auf der Zunge weder Befriedigung noch Sättigung hinterlassen. Letzteres sollen sie aber tun, preisen doch alle Frauenzeitschriften Tomaten (wie auch Gurken) als kalorienärmste Lebensmittel mit dem höchsten Wassergehalt (ja! sag ich doch!) an. Sprich: wenig zu verbrennen und durch die gefühlten 2 Liter an Flüssigkeit soll sich der Magen auch täuschend füllen. Aha. Super. Leider mag ich Gurken nur in feinen Scheibchen in Salat oder Käsebrot und was die roten Freunde angeht, wie gesagt, hab ich eine leichte Störung. Gerne noch Cocktail-Tomaten. Da würde ich sagen, dass nur 40% dieser Kollegen geschmacklos und blaß in den deutschen Supermarktregalen liegen.

Wenn man mich foltern wollte, müsste man mich nur zwingen von rohem Gemüse abzubeißen. Ja, ihr lest richtig. Alleine wenn ich dran denke, dass ich von so einer großen roten Tomate einfach abbeißen muss wird mir ganz anders in den Beinen. Ebenso unvorstellbar: Gurken, Paprika und Karotten. Was an anderen immer sehr schlank und gesund aussieht, kann ich nur in feinen Scheiben und Stückchen genießen und am liebsten sogar gekocht, da ändert sich dann schnell meine Einstellung zu jeweiliger Sorte.

Bei Bananen verhält es sich ähnlich. Ich finde es sehr unästhetisch, wenn ich jemanden von einer ganzen Banane abbeißen sehe. Steigerung dessen wäre dann noch: ein MANN, der von einer Banane abbeißt. Terry Richardson hätte es fast geschafft mich ans andere Ufer der Bananeb-Überzeugung zu reißen, es funktioniert auf diesen Bildern aber nur mit Frauen und diesem kurzen Fotomoment, wo ich vielleicht sogar von Erotik sprechen könnte. Könnte. Denn bei Damen mit rotem Lackmund oder diesen Amazonen aus dem Dschungel (Pirelli Kalender 2010) werfe ich alles über Bord und finde es wirklich ganz gut. Da gehört aber so vieles dazu… Die perfekten Model, der perfekt geübte Blick, die tolle Haut und eine Ausleuchtung, wie ich mir das für jedes Shooting wünschen würde. Die (meine!) Realität knallt mir dann schneller gegen den Kopf als mir lieb ist. Dann sehe ich Männer, die an ihrer Banane nuckeln und dabei richtig lächerlich aussehen. Nicht nur das… Was ist das Gegenteil von Erotik? Was auch immer es ist, es ist bei bananenessenden Männern zu Hause. Als ob sie von ihrem eigenen… na, ich will mal nicht zu weit gehen. Und Ausnahmen bestätigen die Regel, das ist ja immer das Schöne dran. Und ich schneide Bananen einfach immer in Scheibchen – oder trinke sie püriert in Milch. Noch besser.

Was Gerichte angeht schlägt gleich die nächste Neurose zu: wenn das Essen nicht schon aus einem homogenen Brei besteht und mich 3 verschiede Komponenten auf dem Teller anlachen, kann ich nicht anders, als von allen mindestens zwei aber im besten Fall von allen dreien immer etwas auf die Gabel zu nehmen. Sonst schmeckts mir einfach nicht. Mir ist aber durchaus bewusst, dass ich so sicher ungeahnte Stressmomente hervorrufe, da diese Gabel-Mixtur leider nicht immer möglich ist. Dann werde ich wirklich ein bisschen grantig.

Ich weiß von Leuten, die aus Packungen immer 3 Stück von etwas nehmen, oder von Menschen, die keine Heißgetränke trinken. Ich finde das wirklich sehr sympathisch und frage Euch: habt ihr im wahrsten Sinne des Wortes auch einen an der Waffel? Könnt ihr nur die gelb/roten Gummibärchen essen oder Nudeln genießen, die zuvor nicht mit der Soße vermengt wurde? Keine Hemmungen! ICH bin die Frau, die nicht von Tomaten und Gurken abbeißen kann. Ach ja: und ich finde im übrigen, dass gelbe und braune M&Ms anders schmecken, auch wenn mich schon klar ist, dass dies wirklich nicht der Fall ist (und auch gar nicht sein kann!). Und das andere Wort für Früchte (ihr wisst schon, das mit den 4 Buchstaben) bringt mir spontan Gäsenhaut ein.Verrückt? Bestimmt! Dabei sieht die Gurke an der Dame oben so nett aus… Auch wenn es eine Zucchini ist. Egal. Rohes Gemüse bleibt rohes Gemüse.

Photography by Terry Richardson .

Da hat mich die Muse geküsst! Durch eine wunderbare Idee von ein paar großartigen Jungs hab ich mich mal hingesetzt und 2010 musikalisch revue passieren lassen. Wohl gemerkt, hab ich wohl einige HC-Platten verpasst oder zu spät gehört (wie die fantastische Endless Road von Miles Away)

Alben des Jahres

1. Meleeh – To live and die alone
Sie sind DIE MACHT. Sie sind einfach größer als großartig. Hier stimmt einfach alles, vom Introsong, über das Songwriting bis hin zu einem dunklen Grundton, der mich später auch live so verzaubert hat. Und “Trauma” eines meiner absoluten Lieblingssongs 2010.

2. New Young Pony Club – The Optmist
Diese Band ist schwer unterschätzt, hübsch und lustig und macht Ohrwürmer am laufendem Band, ohne in den absoluten Indie-Kommerz abzurutschen. Nicht nur was für Frauen, würde ich sagen. Clevere Songs, eine wunderbare Stimme und wenn das Album mit “Architect Of Love” zu Ende geht kann man nur verliebt sein.

3. Touchè Amore – To the Beat of a dead horse
Die Rezession im OX ist gar nicht so verkehrt: sie haben es in dieser schwammigen HC-Zeit geschafft nochmal was Neues zu machen. Ich finde sie nicht nur erfrischend, sondern punkrockig charismatisch und richtig umwerfend. Von touchè amore ist bei mir nichts zu werfen – es war Liebe auf den ersten Blick und unsere Beziehung hat eine große Zukunft. (Anmerkung: hier scheiden sich die Geister. Wohl schon 09 erschienen rettet mich und meine Liebe dann die LP, die wohl erst 2010 das Licht der Welt erblickte).

4. Midlake – The Courage of others
Wenn ich versuche über Midlake zu schreiben fühle ich mich immer wie ein Amateur, der weder die richtigen Worte findet, noch versteht umzusetzen, was nur das Herz versteht. Auch 2010 bin ich wieder sprachlos und lauche mit offenen Mund und geschlossenen Augen einer fantastischen Midlake-Platte die nahtlos aber nicht unangenehm an ihr erstes Album-Meisterwerk anknüpft.

5. Smoke Blow – The Record
Ich laufe und laufe und… werde noch nächstes Jahr damit laufen. Erst mal “Pause” bei den Nord-Jungs – zurück bleibt ein geiles Album, dass mich sportlich motiviert, an alte SB-Zeiten und Alben denken lässt und wieder frei macht, wenns mal eng ist. Ich sag nur “Evil Leaf” und geb Gas…

6. Foals – Total life forever
Die Zwischensongs hab ich ausgeschaltet, das ist mir bis Ende des Jahres immer noch zu arty farty gewesen. Dennoch: die Latte ist nun sehr steif. Oder hoch. Wunderschöne Foals-Songs, die mir geile Ohrwürmer und schöne Arbeitsstunden beschert haben.

7. Kvelertak – Kvelertak
So erfrischend gut! Ich könnte kotzen vor Glück, so beflügelt haben sie mich in manch einer hängenden (Arbeits-)Minute. Hausfrauentipp: Perfekt fürs Büro.

8. Black Breath - Heavy Breathing
Danke an die Männer dieser Erde, dass ihr genau solche Musik macht! Ein Brett! Eine Wand! Ein Blumenbouquet der Metalflora! Zum vollständigen Glück bitte noch ein Bad im Bierfluss und Schlammcatchen mit anderen Frauen, die ebenso denken. Danke.

9. Cherry Ghost – Beneath this burning shoreline
Wunderbarer Softkram für die weichen Momente im Leben und geheime Beauty-Stunden alleine. Kann man aber auch bei Besuch ungeschämt durchlaufen lassen. Country-Einschlag, Folkstimme und eine angenehme Melancholie werden fast jedem gefallen. Vielleicht auch nur geheim.

10. Comeback Kid – Symptoms & Cures
Das winzige “Wandelalbum” 2010! Zuerst für lau empfunden, dann fing ich an es zu lieben. Mit den zwei Burnern gleich am Anfang des Albums gehts kawumms so weiter. Kleine Hänger verzeih ich Andrew & Co, nachdem ja auch für Hits gesorgt wurde. Gott sei Dank ist das poppige wieder raus, ich sah sie schon in diese Richtung segeln… Alles ist wieder gut und beim nächsten Konzert (uh lala, Engel haben mir geflüstert, dass sie im Feber im Knust spielen) sag ich ihnen das auch mal.

Also very nice:

Bison B.C. – Dark Ages
The National – High Violet
Crystal Castles – II
Health – Disco No. 2
Alkaline Trio – This Addiction

Konzerte des Jahres:

Meleeh, Flora
Ich hab geweint, getanzt und mich gefreut. Ich war ergriffen und gerührt und wusste währendessen am Anfang des letzten Jahres schon: 2010 wird nichts anderes diese Gänsehautentzündung toppen können. Das war WELT. HAMMER. DIE MACHT. Und wie heißts so schön? Mehr geht nicht.

New Young Pony Club, Prinzenbar
Mit “Lost a girl” in der “Deko” hat alles angefangen. Zwei Tage später

Beachhouse, Übel&Gefährlich
Ebenso Anfang des Jahres spielte diese Band im Molotow. Ich dachte, die Sängerin sei ein Mann. Und weiters: bitte ganz schnell nach Hause. So eine Scheiße halte ich nicht länger aus. Und dann kam unverhofft ein Gratiskonzert mit genau dieser Band – und alles war anders. Nämlich unverhofft wunderbar, mädchenhaft schön, mit ebenso einer Träne und Gänsehaut und meinem Mann im Rücken. Alter, sag ich da nur, was will man mehr?

Ian Brown, Knust
Der Meister ist uns erschienen. Mit anfänglichen Stimmschwierigkeiten wurde er gottesgleich fertig und wir alle setzen spätestens beim Finale bombastisch ein, was zu einem Fest führte, wie sich das alle Brown-Jünger vorstellen.

Bison B.C. – Hafenklang
Mit ebengleicher Skeptik erduldete ich den Anfang dieser dunklen Kapelle. Und dann gings los. Es fuhr in meine Glieder, es wurde mir angenehm schwarz vor Augen und irgendwann in der Mitte war ich ein mit der Band – ein Groove, eine Bewegung und gefühlt ein Gedanke.

Black Breath – Hafenklang
Mit einer locker durchgehörten Scheibe im Gepäck bin ich ins Hafenklang. Nachdem ich nach der Vorband nicht mehr an Metal glaubte, wurde ich schnell wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Ich sag nur eines: am nächsten Tag hatte ich Nackenschmerzen. Und ich finde, dass ist ein verdammt gutes Zeichen.

Kvelertak, Hafenklang
Dicke Arme, dicke Bärte und ein paar Tattoos… da werden nicht nur Ladies schwach. Mr. Hjelvik sang, dass sein dicker Bauch wackelte – und die Menge gleich dazu. War das eine prollige geile Punkrockparty!

Albumcover des Jahres

Kvelertak – Kvelertak
Detailverliebtheit und Pastell muss nicht bei Indie-Platten kleben bleiben!

Enttäuschung des Jahres:

Arcade Fire – The Suburbs
Selten ein so unstimmig und schlechtes Album gehört. Mir geht kein Lied ins Ohr, ich vermisse die Gewaltigkeit dieser Band, die Höhlen, in die ich flüchten kann und mein dabei offenes Herz.

Songs des Jahres (aus Alben gepickt)

Unsilent Death – Nails
Ich würde eher sagen: unsilent night! Da lacht mein Metalherz. Und meine Haare fliegen! Ganz großartiges Stück.

Dance the way I feel – Ou est le Swimming Pool
R.I.P. – Du hast einen wunderbaren Tanz-NonSTOP-Song hinterlassen.

Hyptnotize you – N.E.R.D.
Bowie hin oder her: Pharell ist ein schräger Vogel mit klarer Message an seine wohl geile Braut. Und das bringt er noch ziemlich sexy rüber. Wenn sie da nicht ja sagt weiß ich auch nicht.

Forever means forever – Boysclub
Noch einmal meine Jugend. Und das in Höchstform! Danke Jungs!

Bright Lt Blue Skies – Ariel Pink
Wenn ich 2010 schon nicht dazu gekommen bin, meine nicht vorhandenen Surfkenntnisse aufzufrischen, so hab ich mich aber mit diesem Soundtrack trotzdem seelisch schon mal drauf vorbereitet. Surfshorts an! Oder aus! Weiß nicht. Geil isses trotzdem.

Paradise Circus (Gui Boratto Remix) – Massive Attack
Was auf ersten Blick nach einem schäbige Techno-Remisxaussieht, ist auf 2. Blick und in Wahrheit das “Ich habe in Gedanken großartigen Zeitlupen-Sex mit Dir” Lied.

Not in love – Crystal Castles fest. Robert Smith
Heiß, kalt!, heiß, kalt! Schaurig trauriger Text, typischer CS-SchrägSchön-Beat und seine Stimme dazu! Wow, das muss man erstmal machen. Ein Meisterwerk, bei dem ich mir immerzu wünsche, er würde “I am in love” singen.

Photography by Eudes de Santana.

Was 2010 hier ein bisschen holprig lief, kann 2011 also nur besser werden. Aber warum Maßstäbe setzen! Das eigene Tempo ist selten regulierbar, das merke ich besonders heute. Noch im Urlaubsmodus sehe ich mir die Bilder der vergangenen Tage an, spreche noch ein bisschen Kärntnerisch und denke an ihn, die Berge und Salzstangerl mit Butter.

Einen schrecklichen Flug, eine überteuerte Taxifahrt und eine wunderschöne Ankunft später bin ich wieder in Hamburg und habe heute morgen nach dem Aufwachen 3 Uhren kontrolliert, weil ich nicht glauben konnte, dass es um 7 Uhr 30 hier noch dunkel ist. Ist es tatsächlich, kein Uhrenfehler. Danach eine rasante Polizei-Festnahme in der U-Bahn, der Büro-Kaffee schmeckt erstaunlich schlecht und dabei noch die Hiopsbotschaft, dass wir alle umziehen. Adieu schöne Büro-Muckelecke.

Langsam wirds mittags und ich denke an einen Ski-Tag, am dem wir in auf der fantastischen Huaba Hittn draußen bei Kälte und Wind saßen und einen Kaiserschmarren schmausten. Wir froren und jammerten und ich sagte: “Du wirst noch dran denken, wenn Du in zwei Wochen wieder im Büro sitzt und Dir wünscht, dass Du einen Kaiserschmarren neben der Piste isst”. Und ohne Wehmut und ohne Ärger hier zu sein, bin ich jetzt die jenige die dran denkt und gleich auf der Stelle noch mal ordern würde. Und dann aber gleich zwei Schalalan Zwetschkenröster dazu.

Mit Liebe und Wehmut, mit Melancholie und hüpfender Freude, mit Hunger auf Knödel und Wollpullover, mit Optimismus und Spaß… auf in den Winter! *

* jeder andere Eintrag über den 1. Dez, die kalte Jahreszeit und unsere Gemüter wäre an dieser Stelle zu einem melancholischem Roman ausgeartet. Deshalb gibt es die dieses jahr light-Fassung, weil es schon genug Glühweinstände, Lebkuchenorgien und Geheule über das letzte Jahr gibt. Soll ich Euch was sagen? Ich fands richtig klasse! Ein kräftiges Auf und Ab. Langweilig ist mir absolut nicht geworden und ich kann mit einem Lächeln nach Hause fliegen… und 2011 dann willkommen heißen, wenn wir beide Bock drauf haben.

Allgemein

Azzuro

Kennt ihr dieses Gefühl, dass ihr aufwacht und fühlt, dass alles richtig ist? Dass ihr am richtigen Ort, mit blitzeblauen Himmel ausgeschlafen die Augen aufschlägt, den richtigen Menschen an Eurer Seite anseht und Euer Herz mit Euch von Wolke zu Wolke hüpft? Das Frühstück schmeckt wie Zuckerschnecke und der Kaffee wie fließender Genuss aus dem Schlaraffendland. Ihr zieht die richtigen Sachen mit den richtigen Farben aus dem Schrank, schlüpft in Schuhe, die sich so leicht anfühlen, als würdet ihr über Wasser schweben und nur mit den großen Zehen auf der Wasseroberfläche abwechselnd ankommen. Der Schmuck baumelt nicht an Euch wie sonst, nein, er schwingt wie Eure Seele mit dem Morgen, mit dem Tag. Es kommt Euch so vor, als ob ihr mit einem Kollibri die Wimpern tuscht und als ihr Creme in Eure Haare schmiert, glaubt ihr fast, es ist Zuckerwatter. Wenn ihr dann außer Haus geht, fühlt es sich an, als ob man sich schillernde Flügel anstatt der Handtasche umschnallt und als die Tür ins Schloss fällt muss man lächeln. Weil es sich einfach so richtig und weich anfühlt, so kitschig es klingt, so mädchenhaft es bleibt.

Diesmal, nicht weit hergeholt: Herbst. Goldener Oktober, goldene Tage und Blätter.

Hier findet ihr alle Adressen und Namen zu den Favourites des Monats, denn, bis meine lickit-Adresse endlich gefüllt ist, gibt es hier oben in der Leiste (fast) jeden Monat meine Favoriten. Und dann wahrscheinlich auch noch.

Photo not taken by me. Found trough a journey trough the web.

Hold my head under water
Take a breath for the Father
Learn to love. Lessons repeating
The Chronicles are so misleading

This is your baptism
and you can’t forgive em
This is your baptism
and you can’t forgive em

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Liebe Leser, liebe Cineasten und Kinder im Herzen,

hattet ihr auch einen Film in Eurer Kindheit, den ihr immer und immer wieder gesehen habt? Diesen aber gar nicht verstanden sondern nur mit offenen Augen immer wieder aufgesaugt habt? An den ihr Euch so gut erinnern könnt und es flasht, wenn ihr Bilder davon seht? Den ihr bis heute weird findet?

Mein Film ist “Die Konferenz der Tiere”. Das Original nach Erich Kästner. Der verrückteste Film, der in meinen heutigen Augen gar nichts für Kinder ist, den ich je gesehen habe. Haha, wirklich! Mit schräger Musik, buntesten Bildern und Sequenzen, die mich heute denken lassen, dass Drogen in mich gekommen sind, bevor ich den PLAY Button gedrückt habe. Er ist so bittersüß gesellschaftskritisch, so durchgeknallt und schrecklich wahr und einfach zu viel für Kinderaugen – ich bitte Euch: meine Lieblingsserie war damals Casimir der Geist und als Highlight gabs von der Videothek den Weltumsegelungs-Film von Alvin&The Chipmunks. Da liegen wirklich WELTEN dazwischen.

Früher oder später werde ich ihn mir holen. Alleine die Cuts und die Animationen – das war 1969 sicher großes Kino. Heutzutage nicht mehr vorstellbar. Und dann kommt auch noch eine neue Version ins Kino: sicher mit 3D-Brille und gaaaanz lustigen Sequenzen, die im Trailer eh schon vorweggenommen werden und Kinderfüße im Kino gegen meine Stuhllehne trampeln lassen…

Ich werde ihn mir sicher nicht ansehen und weiter die zuckenden Bilder meines Kindheits-Klassikers verehren. Drogen nehmen ohne Drogen zu nehmen: das ist auch 2010 ganz großes Kino.

In diesem Sinne…
Eure Hanna

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