Banana boy, Cucumber girl

Als ich heute Morgen aufwachte musste ich an die ekelhaften Tomatenscheiben denken, die die fröhlichen Bäckerinnenin tagtäglich in all die fröhlich hochpreisigen belegten Brötchen legen. Diese Scheiben sind meistens sehr dick, wässrig und laberig, deswegen haben sie so eine lange Lebenszeit bei mir wie bei anderen die McDonalds-Gurkenscheibe.

Ich habe ohnehin so meine “Probleme” mit Tomaten (mir ist schon klar, dass dieses Wort natürlich diskutierbar ist, aber ich würde einfach mal sagen: es gibt große und kleine Probleme und welche, die man jeden Tag immer wieder um sich hat). Große Tomaten mag ich gar nicht, weder in Scheiben, noch in Würfeln. Ich finde, dass 90% dieser großen Exemplare nach nichts schmecken und neben einem wässrigen Gefühl auf der Zunge weder Befriedigung noch Sättigung hinterlassen. Letzteres sollen sie aber tun, preisen doch alle Frauenzeitschriften Tomaten (wie auch Gurken) als kalorienärmste Lebensmittel mit dem höchsten Wassergehalt (ja! sag ich doch!) an. Sprich: wenig zu verbrennen und durch die gefühlten 2 Liter an Flüssigkeit soll sich der Magen auch täuschend füllen. Aha. Super. Leider mag ich Gurken nur in feinen Scheibchen in Salat oder Käsebrot und was die roten Freunde angeht, wie gesagt, hab ich eine leichte Störung. Gerne noch Cocktail-Tomaten. Da würde ich sagen, dass nur 40% dieser Kollegen geschmacklos und blaß in den deutschen Supermarktregalen liegen.

Wenn man mich foltern wollte, müsste man mich nur zwingen von rohem Gemüse abzubeißen. Ja, ihr lest richtig. Alleine wenn ich dran denke, dass ich von so einer großen roten Tomate einfach abbeißen muss wird mir ganz anders in den Beinen. Ebenso unvorstellbar: Gurken, Paprika und Karotten. Was an anderen immer sehr schlank und gesund aussieht, kann ich nur in feinen Scheiben und Stückchen genießen und am liebsten sogar gekocht, da ändert sich dann schnell meine Einstellung zu jeweiliger Sorte.

Bei Bananen verhält es sich ähnlich. Ich finde es sehr unästhetisch, wenn ich jemanden von einer ganzen Banane abbeißen sehe. Steigerung dessen wäre dann noch: ein MANN, der von einer Banane abbeißt. Terry Richardson hätte es fast geschafft mich ans andere Ufer der Bananeb-Überzeugung zu reißen, es funktioniert auf diesen Bildern aber nur mit Frauen und diesem kurzen Fotomoment, wo ich vielleicht sogar von Erotik sprechen könnte. Könnte. Denn bei Damen mit rotem Lackmund oder diesen Amazonen aus dem Dschungel (Pirelli Kalender 2010) werfe ich alles über Bord und finde es wirklich ganz gut. Da gehört aber so vieles dazu… Die perfekten Model, der perfekt geübte Blick, die tolle Haut und eine Ausleuchtung, wie ich mir das für jedes Shooting wünschen würde. Die (meine!) Realität knallt mir dann schneller gegen den Kopf als mir lieb ist. Dann sehe ich Männer, die an ihrer Banane nuckeln und dabei richtig lächerlich aussehen. Nicht nur das… Was ist das Gegenteil von Erotik? Was auch immer es ist, es ist bei bananenessenden Männern zu Hause. Als ob sie von ihrem eigenen… na, ich will mal nicht zu weit gehen. Und Ausnahmen bestätigen die Regel, das ist ja immer das Schöne dran. Und ich schneide Bananen einfach immer in Scheibchen – oder trinke sie püriert in Milch. Noch besser.

Was Gerichte angeht schlägt gleich die nächste Neurose zu: wenn das Essen nicht schon aus einem homogenen Brei besteht und mich 3 verschiede Komponenten auf dem Teller anlachen, kann ich nicht anders, als von allen mindestens zwei aber im besten Fall von allen dreien immer etwas auf die Gabel zu nehmen. Sonst schmeckts mir einfach nicht. Mir ist aber durchaus bewusst, dass ich so sicher ungeahnte Stressmomente hervorrufe, da diese Gabel-Mixtur leider nicht immer möglich ist. Dann werde ich wirklich ein bisschen grantig.

Ich weiß von Leuten, die aus Packungen immer 3 Stück von etwas nehmen, oder von Menschen, die keine Heißgetränke trinken. Ich finde das wirklich sehr sympathisch und frage Euch: habt ihr im wahrsten Sinne des Wortes auch einen an der Waffel? Könnt ihr nur die gelb/roten Gummibärchen essen oder Nudeln genießen, die zuvor nicht mit der Soße vermengt wurde? Keine Hemmungen! ICH bin die Frau, die nicht von Tomaten und Gurken abbeißen kann. Ach ja: und ich finde im übrigen, dass gelbe und braune M&Ms anders schmecken, auch wenn mich schon klar ist, dass dies wirklich nicht der Fall ist (und auch gar nicht sein kann!). Und das andere Wort für Früchte (ihr wisst schon, das mit den 4 Buchstaben) bringt mir spontan Gäsenhaut ein.Verrückt? Bestimmt! Dabei sieht die Gurke an der Dame oben so nett aus… Auch wenn es eine Zucchini ist. Egal. Rohes Gemüse bleibt rohes Gemüse.

Photography by Terry Richardson .

Comments
One Response to “Banana boy, Cucumber girl”
  1. Coco sagt:

    Bananas, von Männern im ganzen verköstigt, ach das lassen wir mal lieber….;-)

Leave A Comment