Wenn man mit einem Job und null Erwartungen (außer an den Job) in eine Stadt fährt, hat man eigentlich die besten Vorraussetzungen für einen guten Reisebericht im Nachhinein. Ich bin nicht nur überrascht worden – ich bin überwältigt worden! Ganz stark, im Innersten, im Herzen, im Kopf, in allen Gliedmaßen – so gewaltig! Von einer Stadt, und deren näherem Umkreis, von so vielen netten und entspannten Menschen, von einer Sonne, die ich so noch nicht erlebt habe. Von Stränden so natürlich und schön, wie aus einem Elfenlandfilm, von einer Natur, die so gewaltig und stolz dasteht und einen fast freundlich anschreit mit ihren Farben, Bergen und Tieren, dass man abends erschöpft ins Bett fällt, weil ein euopäisches Winterauge das erst mal verarbeiten muss. So überwältigt von einem Flow, der einen sofort fängt und man nach 3 Tagen so entspannt ist, wie früher im Kindersommerurlaub in Italien – alles zu Hause gelassen, alles zu Hause vergessen. Nur noch erfüllt von der Sonne und dem Geruch der Luft, von der Sprache, die plötzlich aus dem eigenen Munde fließt wie Honig und man träumt plötzlich auf Englisch und kann sich nicht mehr vorstellen in zwei Wochen plötzlich wieder nur noch Deutsch sprechen zu wollen. Maren hätte es nicht treffender sagen können: “Ich verstehe Dich so gut! Diese Stadt umarmt einen einfach.” Sie hat mich umarmt, und ich sie. Ich bin in ihren Wellen geschwommen und hab sie geritten, ich hab Köstliches von ihr gekostet und vieles wie ein Kleinkind bestaunt. Ich habe im Flugzeug geweint als ich wieder weg musste, weil ich noch den Geschmack der Wärme in mir hatte, als ich schon im Flieger saß. Ich wusste was mich erwartet und ich kann nicht vergessen, was ich erlebt und gesehen habe. Wenn Du einmal in Deinem Leben bei schönem Wetter auf dem Chapmens Peak stehst, verstehst Du plötzlich die Welt. So oder so ähnlich hat es sich angefühlt. Wie am Ursprung alles Lebens, wie am Nabel der Erde. Und dahin kommt man immer wieder. Und ich auf alle Fälle. Capetown, I miss you! Your beauty and your smile that touched me so deeply.

Pictures and Copyright by adorable. Thank you!

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Just

 

“Is there anything I can do for you dear? Is there anyone I could call?”
“No and thank you, please Madam. I ain’t lost, just wondering”

 

 

Picture of me is taken by adorable.de

Ich erinnere mich gerade an einen Sommer, voller Wärme und langen Nächten, die nicht sich manchmal ganz einfach und leicht anfühlten, und manchmal so schwer wie ein überbackene Canelloni in meinem Bauch kugelten, dass ich morgens kaum aus dem Bett kam. Ich erinnere mich an große Salate mit Honig-Senf-Dressing und eingelegtem Mozarella unter einem großen Baum, dazu die Vanity Fair (ich trauere immer noch), ein Spaziergang und die danach eintretende Müdigkeit. Viel alleine sein, alleine radeln, essen, arbeiten, einschlafen. Ich erinnere mich so gut an das Gefühl, nicht ganz richtig zu sein, nicht den Richtigen zu lieben und mich nicht richtig fühlen zu können. Ein Kopf, ein Körper und beides erreicht einander nicht. Ich denke an den Bastelraum, in dem ich viel mit meiner Mama telefoniert habe, an eine schwarze dicke Jeans, die mich noch dicker machte und mich in den Bogen zog wie ein Anker, wie ein Zeichen, dass ich stehen bleiben und die Augen aufmachen sollte. Ich erinnere mich an eine Zeit voller Tränen und Hoffnung, an ein weiteres hartes Stück Erwachsenwerden und an einen wunderbaren Herbst, in dem ich weiße Chucks und eine dünne Jacke aus der Herrenabteilung trug und fror und ganz viel Alexisonfire gehört habe, während der erste Schnee in den traurigen Innehof fiel. Ich trug einen Pony und drückende Unzufriedenheit in dieser Zeit und es stand mir beides nicht. Haar wächst wieder zum Scheitel, alles andere wächst sich nicht von alleine zurecht. Mut haben, Worte finden, sich selbst nicht mehr zum Feind nehmen. Ich war ohne wahrer Sprache für mich, mit viel Verständnis für andere und weniger für mich, wenn ich so zurück denke.

In diesem Herbst trage ich weder Pony noch den Scheiß Mittelscheitel, den mir meine neue und nun schon wieder verflossene Frisörin andrehen wollte (“trag es wild!”). Ich bilde mir nicht mehr ein, sobald die Blätter auf den Bäumen zu zittern beginnen, bei boden und la redoute einen cord-Rock bestellen und dazu dunkelgrüne Strümpfe tragen zu müssen. Ich schlüpfe in maisfarbene Strumpfhosen und Turnschuhe haben erstmal Pause mit zum Frühjahr. Und einen Mantel aus Zufriedenheit, den ich vielleicht ab und an ablege. Aber ich hab ihn mir ausgesucht und hey, steht mir echt gut.

Gold and silver is the autumn
Soft and tender are her skies
Yes and no are the answers
Written in my true love’s eyes

Autumn’s leaving and winter’s coming
I think that I’ll be moving along
I’ve got to leave her and find another
I’ve got to sing my heart’s true song

Round and round the burning circle
All the seasons: one, two, and three
Autumn comes and then the winter
Spring is born and wanders free

Gold and silver burn my autumns
All too soon they’d fade and die
And then, oh there are no others
Milk and honey were their lies

Ich glaube, irgendwo irgendwann hatte ich das schon mal gepostet. Aber hach, was ist das für ein schönes Lied! Da kann man auch gut zwei Mal im Leben hören finde ich. Besonders im Herbst. Wenn man das Video sieht, ist es doch so, als ob man selber auf der Straße gefahren wäre, oder? So, als ob man alle Fahrten auf südländischen Autobahnen zusammen zählen würde. Den Wind, die Hände die rausgreifen, die Coladosen, die man dabei aufgemacht hat. Die nackten Beine, die schwitzen und zittern, vor Freude, vor Liebe, die Tränen, die man geweint hat, weil das heart nun den true song spielen muss und das verdammt weh tut, obwohl die answer in den true love’s eyes steht. Das ist ja manchmal das tragische an der Geschichte, besonders wenn die Sonne tief steht oder gar unter geht.

34 Claras (Alster, Radler) und 2 Marc Jacobs Sonnenbrillen später sitze ich wieder in Hamburg. Der Höschen-Abdruck leuchtet im Dunkeln und ich hab das Gefühl, das in meinen Ohren noch immer eine Sandkultur lebt. Ich habe diverse (deutsche) Damen-Magazine studiert, eine schwarze Micra Mouse kratzerlos durch enge spanische Gassen bugsiert, 8 freundliche Katzen kennen gelernt und zu Wolf like me wie ein Hippie-Mädchen getanzt. Wasser so klar, dass man die neon farbenen Fussnägel und darunter noch Algen sehen kann! Kräuter und Paprika aus dem Garten, selbstgemachter Eistee in Campos und salzige Lays Chips, wenn man aus dem extrem salzigen Meer kommt. Das ist das Paradies! Wer muss schon Haarspitzen aufhellen wenn es die Sonne Spaniens gibt? Surfer waves guaranteed!

Ich merke mir: Vegetarische Paella schmeckt köstlich, Türe bleiben tagsüber zu und in der richtigen Cocktail-Bar sind 13 Euro wirklich gut investiert. Viva Espania! Nächstes Mal dann mit mehr Wortschatz, ölfreiem Sonnenschutz und einem Plan, wie man zu SEPHORA kommt. Aber hey! Braun und glücklich bin ich trotzdem geworden und wie hab ich es den beiden Brazilianerinnen leicht beduselt versucht zu erklären? “There is a little latina inside of my heart.” Das merk ich nur manchmal nicht, wenn der kalte Regen mir hier kleine Bäche zwischen die Zehen spült. Und im Urlaub ist sowie alles immer ein bisschen anders.

Nachdem meine schwarze kleine Wheeler-Fahrradklingel nach Jahren den Geist aufgegeben hat, zog die Peace-Klingel bei mir ein bzw. auf mein Fahrrad. Ihre genaue Produktbeschreibung lautet “Peace Ding-Dong Bell” und das trifft die ganze Sache schon ganz gut. Kennt ihr diese Fahrradklingel, die aussehen wie ein Mini-Dickmann und man mit dem Daumen etwas drückt, dass das nur einmal gegen kommt und ein dezentes PLING macht? Das ist das genaue Gegenteil von meiner Peace-Beauty. Manche Leute fühlen sich von ihr sogar belästigt, weil sie ein inniges und stolzes DING DONG von sich gibt. “Regt Dich mal ab” hab ich neulich gehört. Als ob ich die Lautstärke regulieren könnte… “Keiner zu Hause!” gerade gestern gehört, da man so ein Läuten auch von alten Haustüren kennt (ich erinnere mich, dass meine Oma so eine hatte und ich jedesmal erschauderte, wenn das Haus von diesem Klang erfüllt war; was aber wohl auch an der Tatsache liegt, dass meine Familie kaum Besuch bekam und nie jemand erwartet wurde und meine Schwester und ich jedes Mal ein bisschen Angst hatten, wenn “ein Fremder” vor der Tür stand). Vorige Woche hat auch jemand Blumenkohl bestellt. Auch nicht schlecht, dachte ich… ich warte, bis jemand den Zimmerservice ruft.

Ich liebe sie einfach. Sie hat so viel inner peace! So viel Seelenfriede und naive Verträumtheit. Ich stell mir jeden Tag vor, dass ich in einem Regenbogen-Häkelbikini (Triangel!) an den Strand in L.A. fahre, mit einer kurz abgeschnittenen Jeans-Short (Taschen hängen raus!) – ganz wie das süße verdröhnte Hippie-Mädchen aus Californication, die Hank Moody nach dem Beischlaf abzockt (Rock-Platten). Ich habe eine Zahnlücke, einen großen Lolli im Mund, meine ausgeblichenen Sufer-Haare wehen hinter mir im Wind (weil sie so lang sind!) und ich trage weißen Nagellack, weil es die einzige Farbe ist, die sich zu meinen braun gebranten Fingern wirklich gut abhebt. Ich winke meinen Surfer-Dudes zu und klingel einmal kräftig – Ding Dong! – und stelle am Ende meinen Beach Cruiser gegen einen rosa lackierten Holzzaun, um mir ein großes rosa Eis zu kaufen. Das Leben könnte so schön sein. Und! Das ist es auch.

Picture by Seafolly

Als ich heute bei nah&kauf meine Tiefkühlpizza ausgesucht habe, weil mich nach dem vielen Regen und nach einem mittelguten kalten Tag nur noch Tiefkühlpizza seelig stimmen konnte, bekam ich eine Nachricht von einem Freund. “Ich finde, das Beste was Du je machen konntest, war, dass Du hergezogen bist.” Es folgten weitere Zeilen… weitere schöne Zeilen zum Hanna-Hamburg-Jahrestag. Diesmal ein kleiner runder Geburtstag, oder wie auch immer man diese 5er-Schritte nennen mag.
Ich stand in meiner Nike-Regenjacke und pudelnass in dem kleinen Supermarkt und musste ein bisschen weinen, als mich die unmotivierte Kassiererin endlich abgefertigt hatte und ich auf die Straße kam. Ich bin die Marktstraße Richtung Schlachthof runtergeschlendert, wie ich es bestimmt schon 100 mal in den 5 Jahren Hamburg gemacht habe. Ich habe gefroren und an den waren Sommer gedacht und auch wenn immer mal wieder unsicher bin, ob ich je bleibe, ob ich mal weg gehe… war es wirklich das Beste, was ich je machen konnte. Zum 5-Jährigen Jubi kann ich nur eines sagen, Du norddeutsches Stückchen Land: Du hast mich verändert, Du hast mich gerettet, Du hast mir die besten Leute der Welt geschenkt. Darauf jetzt ein Bier. Aber bitte: kein Astra.

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I miss the summer feeling. So sehr verdammt. Bräune verblasst auch recht schnell und ich kann den traurigen tanlines jeden Tag im Badezimmerspigele beim traurig sein zusehen.

Da spar ich und spar ich damit endlich mehr Marc Jacobs in meine Bude einziehen kann und ich mich im Herbst mit weichem bunten Leder und superweichen Halstüchern ausstaffieren kann, und dann sowas. Ein einziger Arztbesuch als armseeliger Kassenpatient hat mich einem Mal ganz weit von “Preppy Leather Natasha”, “Arielle Bloom Scarf” und “Mimi CDC Dress” wegkatapultiert. Für was man da alles aufkommen muss! 10 Euro Parxisgebühr, 65 Euro eine Spritze, spritzen selber kostet nochmals 10 Euro (und das muss man natürlich 3 Mal machen) und die Materialien für die Untersuchung (nennen wir es beim Namen: der absolut notwendige Abstrich!) übernimmt auch nicht die Kasse: gleich noch mal 15 Euro. Um nur mal ein paar sinnlose Zahlen zu nennen. Gute Zahnfüllungen übernimmt ja auch niemand, obwohl ja keiner mehr zu Amalgam raten würde. Ein totaler Irrsinn und Widerspruch! Das was schädigt ist kostenlos und zwei kleine Papierstreifen kosten so viel wie ein Abendessen im Rialto. Dabei hab ich mir meinen Spätsommer so schön ausgemalt: Eis essen in pinken Tory Birch Ballerinas in NYC, ein kleiner Abstecher nach Ibiza in einem Paul & Joe Bikini und laszive Augenaufschläge in die Sonne, nachdem ich meine Lena Hoschek Sonnenbrille abgenommen habe. Ja – schade. Bleibt nur noch die Frage, ob man um 10 Uhr 45 Prosecco trinken kann. Ich nehm auch den für 4 Euro 55.

Pictures by Lena Hoschek Katalog FS 2011

Meine Favoriten im Juli. Nude and Pink – a summer dream!



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